Im Jahre 1992 fand der erste Naumburger Töpfermarkt auf dem Marienplatz statt und wurde auf Anhieb ein großer Erfolg. Das zunehmende Interesse und damit ständig steigende Besucher- und Ausstellerzahlen gaben 1999 den Anlaß für den Umzug auf den Marktplatz. Mit einem bunten Programm aus Musik und Show wurde auch der 18. Töpfermarkt der Töpferinnung Sachsen Anhalt am letzten Augustwochenende eröffnet. Parallel dazu fand auf dem Holzmarkt das 19. Naumburger Weinfest mit zahlreichen Winzern der Saale Unstrut Region statt.
Der Tradition folgend, wurde am Samstag Vormittag die Szene aus König Drosselbart vor der Kulisse des Naumburger Rathauses gespielt. Der als betrunkener Husar verkleidete König Drosselbart reitet hierbei über den Markt und stösst den Stand der verstoßenen Königstochter um, wobei zahlreiche Tongefäße zu Bruch gehen.
Die Scherben sollten den 70 aus dem gesamten Bundesgebiet angereisten Keramikern und Töpfern Glück bringen. Bei schönstem Wetter flanierten zahlreiche Gäste entlang der Stände, an denen feinstes Porzellan, farbenfrohe Töpferwaren und kreative Kunststücke feil geboten wurden. Doch nicht nur für visuelle Reize war gesorgt. Die Dresdner Band “Krambambuli” untermalte das rege Treiben mit einer bunten Mischung aus Jazz, Swing und Folk.
Für besondere Unterhaltung sorgte das traditionell durchgeführte “Frackdrehen”. In einem Wettbewerb treten die mit einem Frack bekleideten Töpfer gegeneinander an. Mit einer festgelegten Menge Ton muss auf der rotierenden Töpferscheibe ein Gefäß gedreht werden, welches anschließend nach Höhe und Durchmesser bewertet wird. Die auf dem Frack entstanden Tonspritzer werden von der erreichten Punktzahl abgezogen.
Einen weiteren Höhepunkt bildete das Gesellenschlagen. Hierbei werden die Gesellen nicht wie zu vermuten wäre unter den Augen der Zuschauer von Ihren Meistern für schlechte Leistungen bestraft, sondern nach bestandener Ausbildung von den Verpflichtungen als Lehrling freigesprochen. Sie dürfen sich von da an Töpfergeselle nennen.
Nach einem kurzen Fußmarsch entlang der Jakobstrasse konnten sich die Besucher dann auf dem Holzmarkt bei einem Gläschen Wein vom Einkaufstrubel erholen. Neben 14 Winzern aus der Saale Unstrut Region waren beim 19. Naumburger Weinfest auch wieder zwei Weingüter aus dem Anbaugebiet Mosel-Saar-Ruwer und ein Weingut aus Rheinhessen anzutreffen.
Für musikalische Unterhaltung sorgten unter anderem die Leißlinger Blasmusikanten, die Oldtime Company aus Leuna, welche mit Dixieland und Swing die Stimmung anheizte und die Band “Los Camenitos” aus Halle mit einem Repertoire an Musik der 20er und Schlagern der 70er Jahre.

